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Abfall-Erdgas wird zum Chemierohstoff PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Mittwoch, den 26. September 2018 um 06:35 Uhr


Abfall-Erdgas wird zum Chemierohstoff

150 Mrd. Kubikmeter lie├čen sich laut Forschern der Texas Tech University effektiv nutzen

Abfackeln von Erdgas auf einem ├ľlfeld (Foto: Uschi Dreiucker, pixelio.de)

Abfackeln von Erdgas auf einem ├ľlfeld (Foto: Uschi Dreiucker, pixelio.de)

Lubbock (pte/26.09.2018/06:15) In einer einzigen chemischen Reaktion l├Ąsst sich Methan in Benzol und Wasserstoff umwandeln - zumindest, wenn es nach dem Willen von Sheima Khatib, Assistenzprofessorin und Chemieingenieurin an der Texas Tech University http://ttu.edu geht. Damit w├╝rde das klassische Abfackeln klimasch├Ądlicher Gase bei der F├Ârderung von Erd├Âl der Vergangenheit angeh├Âren.

Umwandlung dank Zeolith

Benzol ist fl├╝ssig und damit leicht transportabel. Es wird in der Chemieindustrie als Ausgangsmaterial f├╝r unz├Ąhlige Synthesen ben├Âtigt. J├Ąhrlich werden etwa 40 Mio. Tonnen davon hergestellt, meist aus Erd├Âl. Kathib gelingt das Kunstst├╝ck mit einem Katalysator auf der Basis von Zeolith. Dies ist ein au├čerordentlich por├Âses keramisches Material, das mit Molybd├Ąnoxid beschichtet ist.

"Wir brauchen es, um das Methan zu aktivieren", so Kathib. Das Metalloxid aktiviert das Methan. Der Zeolith ist der eigentliche Katalysator. Er besteht aus Silizium-, Aluminium- und Sauerstoffatomen, die sich zu einem Kristall formiert haben. Dabei entstehen Poren und winzige G├Ąnge, die unterschiedliche Gr├Â├čen und Ausrichtungen haben. Das Molybd├Ąnoxid dringt in die Poren ein, die einen ├Ąhnlichen Durchmesser haben wie ein Benzolmolek├╝l.

Wasserstoff als Nebenprodukt

Als Nebenprodukt entstehen gro├če Mengen an Wasserstoff, der sich f├╝r die Erzeugung von Strom in Brennstoffzellen nutzen l├Ąsst. Gro├če Mengen ben├Âtigt man auch f├╝r die chemische Industrie. Bleibt allerdings das Problem des Transports. Das leichte Gas m├╝sste unter hohem Druck in Stahlflaschen gef├╝llt oder vor Ort verbraucht werden. Ob sich das Verfahren durchsetzt, ist noch offen, ebenso wie eine ├Ąhnliche Entwicklung am Massachusetts Institute of Technology http://mit.edu . Ziel der dortigen Forscher ist die Umwandlung von Methan in Methanol, das als Treibstoff im Verkehr genutzt werden kann (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20171018004 ).

Methan, das bei der ├ľlf├Ârderung als Nebenprodukt anf├Ąllt, wird abgefackelt, weil die Nutzung unwirtschaftlich w├Ąre. Es m├╝sste verdichtet in Drucktanks gepumpt werden. Oder es m├╝ssten eigens Pipelines gebaut werden. Man k├Ânnte das vermeintlich ├╝berfl├╝ssige Erdgas, das in einer Menge von 150 Mrd. Kubikmetern pro Jahr anf├Ąllt, auch direkt in die Umwelt entlassen. Da es den Klimawandel jedoch 25 Mal st├Ąrker beeinflusst als die gleiche Menge an Kohlendioxid, wird es abgefackelt. Dabei entstehen 400 Mio. Tonnen Kohlendioxid.

(Ende)
pressetext.redaktion

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Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
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